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12. Fachkongress: Digitale Fabrik

15.11. bis 16.11.2016 in Köln

Überblick

Der Befund ist eindeutig: Das Trendthema Industrie 4.0 ist in der Fabrikplanung angekommen. Und damit steht die Digitale Fabrik vor einer Fülle neuer Herausforderungen. Was genau kommt da auf Sie als Planer zu?

Der 12. Fachkongress Digitale Fabrik wird darauf mögliche Antworten diskutieren und Denkanstöße geben. Beispielsweise werden neue Planungsmethoden vorgestellt und die Verschmelzung von realer und virtueller Fabrik durch den Einsatz mobiler Trackingtechnologien beziehungsweise des Digitalen Schattens nachvollzogen.

Weitere wichtige inhaltliche Schwerpunkte des Kongresses bilden Beiträge zum Thema Daten- und Schnittstellenmanagement, wie etwa der Umsetzungsstand von AutomationML.

Nicht zu vergessen: Der Automobilhersteller Ford öffnet den Kongressteilnehmern die Tore seines Kölner Werks. Ein begleitender Vortrag wird die Strategie bei Ford mit Blick auf die Digitale Fabrik beleuchten und verdeutlichen, was diese für die Einbindung der Mitarbeiter und die Anforderungen an veränderte Berufsbilder bedeutet.

Profitieren Sie von einem reichhaltigen, hochkarätig besetzten Themenangebot und der intensiven Möglichkeit, Ihr Netzwerk zu erweitern und konzeptionelle Impulse mitzunehmen.


Top-Themen 2016:

  • Positionierung und Abgrenzung Digitale Fabrik und Industrie 4.0
  • Rückfluss von Produktionserkenntnissen in die Produktentwicklung und Anlagenplanung
  • Nutzung mobiler Devices im Planungs- und Launchprozess
  • Planungsmethoden für Mensch-Roboter-Kooperationen
  • Neue Planungsmethoden durch Interaktion/Devices/Automatismen
  • Verbindung Digitale Fabrik und MES
  • Abgleich von Planung und Realität (digitaler Schatten/digitaler Zwilling)
  • Virtuelle Absicherungsmethoden
  • Automatisiertes Wissensmanagement und Rückfluss in den Planungsprozess
  • Datenmanagement und Datensicherheit
  • Robuste digitale Planung: wie viel Prognosegenauigkeit ist überhaupt notwendig?

Anfahrt

Ameron Hotel Regent
Melatengürtel 15
50933 Köln

Fachbeirat

thomas-baer

Dr.-Ing. Thomas Bär

 

Manager Production-oriented Product Validation

Daimler AG


frank-jelich

Frank J. Jelich

 

Leiter IT Prozesse Produktionsplanung

Volkswagen


horst-junk

Horst Junk

 

Head of IE & Simulation

ADAM OPEL AG


frank-mantwill

Prof. Dr.-Ing. Frank Mantwill

 

Leiter Institut für Maschinenelemente und Rechnergestützte Produktentwicklung

HSU Hamburg


olaf-sauer

Dr.-Ing. Olaf Sauer

 

Leiter Business Development/Stellvertreter des Institutsleiters

Fraunhofer Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB


wolfgang-schloegl

Dr.-Ing. Wolfgang Schlögl

 

Leiter Digital Engineering

Siemens AG


jana-speidel

Jana Speidel

 

Fachteamleiterin Planung

EDAG Production Solutions GmbH & Co. KG


martin-wahl

Dr.-Ing. Martin Wahl

 

Leiter Segment IT und Innovation, Sparte Werkzeugbau

AUDI AG


 

Impressionen


Programm

Erster Kongresstag

Dienstag, 15.11.2016


Innovationen und Visionen – Teil 1


08:15

Registrierung sowie Ausgabe der Tagungsunterlagen und Begrüßungskaffee


08:45

Eröffnung Kongress:

Prof. Frank Mantwill | Leiter Institut für Maschinenelemente und Rechnergestützte Produkt-entwicklung, HSU Hamburg und

Franziska Blume | Bereichsleitung, Süddeutscher Verlag Veranstaltungen GmbH und

Christian Klein | Redakteur AUTOMOBIL PRODUKTION


09:00

Digitalisierung und deren Konsequenzen für die reale Fabrik:
Was gibt es heute und mit welchen Entwicklungen ist zukünftig zu rechnen?

Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Detlef Zühlke | wissenschaftlicher Direktor Innovative Fabriksysteme (IFS), DFKI GmbH


09:30

Unterstützung der Mitarbeiter in Planung und im Betrieb von Montagesystemen durch Softwaresysteme

  • Sicherstellung der Produktmontierbarkeit durch Abgleich von Produktanforderung und Betriebsmittelfähigkeiten bei der Montagesystemplanung
  •  Identifikation von Anpassungen am Montagesystem während des Betriebs und Rückführung dieser in die Montageplanung
  • Assistenzsysteme für den Mitarbeiter in der variantenreichen Produktmontage auf dem Shopfloor

Prof. Dr.-Ing. Rainer Müller | wissenschaftlicher Geschäftsführer, ZeMA – Zentrum für Mechatronik
und Automatisierungstechnik gGmbH


10:00

Mobile Arbeitsplatzkonzepte für Instandhaltung, Planer und Werksleitung

  • Anforderungen an den mobilen Arbeitsplatz für verschiedene Rollen in der Produktion
  • Robuste Endgeräte und Apps für die Instandhaltung
  • Smartphones, inkl. Continuum und Smartwatches für ultramobile Arbeiter
  • 3D-Brillen (HoloLens) für die virtuelle Planung und die Instandhaltung

Dr.-Ing. Robert Nahm | Industry Manager, Automotive Sektor, Microsoft Deutschland GmbH


10:30

Kaffeepause und Besuch der Fachausstellung


Verschmelzung von realer und virtueller Fabrik – Teil 1


11:00

Digitaler Schatten in der manuellen Endmontage: Abgleich von geplanten und realen Prozessen durch den Einsatz von mobilen Trackingtechnologien

  • Motivation für den Abgleich von geplanten und realen Prozessen in der Montageplanung
  • Beschreibung des Systemaufbaus zur Analyse von menschlichen Bewegungen innerhalb einer Montagelinie
  • Aktuelle Einsatzfelder bei der Daimler AG
  • Demonstration anhand eines Beispiels
  • Ausblick

Philipp Agethen | Produktionsbezogene Produktabsicherung, Montageplanung, Daimler AG


11:30

Digitaler Schatten: 3D-Scan und Einbindung in die Modelle der Digitalen Fabrik

  • Forschungscampus Arena 2036, Partner, Inhalte
  • Vision Digitaler Schatten, Schwerpunkte, Vorgaben und erste Ergebnisse
  • Ausblick

Thomas Stark | Leiter Innovation und Trends, Industrie 4.0 Smart Operations, MO-TechFabrik, Daimler AG


12:00

Mittagessen und Besuch der Fachausstellung


13:30

Abfahrt zur Werksführung bei der Ford Werke GmbH

(Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldungen werden nach Eingang berücksichtigt.)


14:00

Führung Ford Werke GmbH

Die Fertigung im Norden von Köln zählt mit zu den effizientesten und produktivsten Werken in der gesamten europäischen Automobilindustrie. Ein diffiziles Logistikkonzept sorgt dafür, dass Fahrzeuge über den Rhein auf Schiffen, auf der Schiene und der Straße in die Ford Händlerbetriebe in ganz Europa ausgeliefert werden. Jährlich laufen heute bis zu 400.000 Fiesta vom Band.

Sie erleben eine moderne Fahrzeugfertigung, in der eine hochqualifizierte Belegschaft mit großer Leidenschaft fürs Produkt an fünf Tagen in der Woche, 24 Stunden am Tag im 3 Schicht-Betrieb eine hohe Qualität für Kunden in ganz Europa sicherstellt. Die Werksführung zeigt das Presswerk, den Rohbau und die Endmontage.


16:30

Rückfahrt zum Hotel


17:00

Ankunft im Hotel


18:30

Abfahrt zur Abendveranstaltung


19:00

Abendveranstaltung und Networking

Süddeutscher Verlag Veranstaltungen GmbH lädt Sie herzlich zu einem Abendessen in das kölsche Brau- und Wirtshaus “Gaffel am Dom” ein.

Nutzen Sie die Gelegenheit mit Referenten, Teilnehmern und Ausstellern in entspannter Atmosphäre ins Gespräch zu kommen.


Zweiter Kongresstag

Mittwoch, 16.11.2016


Begrüßung: Prof. Frank Mantwill


Innovationen und Visionen – Teil 2


08:30

Smart Factory@Opel – Innovationen in der Automobilproduktion

  • Bereiche der Smart Factory
  • Anwendungsbeispiele

Dr.-Ing. Benjamin Kuhrke | Project Engineer Advanced Manufacturing Technology
Manufacturing Engineering – Strategy & Planning, Adam Opel AG


09:00

Production Systems Engineering – Ein ganzheitlicher Ansatz für Engineering und Simulation im Digital Enterprise

  • Engineering und Simulation auf einer durchgängigen Datenplattform
  • Integriertes mechatronisches Engineering von Maschinen und Anlagen
  • Automatisierung des Engineerings

Dr.-Ing. Wolfgang Schlögl | Leiter Digital Engineering, Digital Factory Division, Product Lifecycle Management, Digital Enterprise Realization, Siemens AG


Verschmelzung von realer und virtueller Fabrik – Teil 2


09:30

Betriebsdatenerfassung und Auswertung für die Planung

  • Datenanbindung für Produktionsanlagen
  • Verfügbarkeit von Live-Daten für den Planer
  • Standardisierte Generierung von Auswertetools

Dr.-Ing. Michael Schacht | Service Fertigungsplanung, AUDI AG


10:00

Kaffeepause und Besuch der Fachausstellung


10:30

Digitaler Zwilling: Schatten oder Master? – Am Beispiel einer Pressenlinie

  • Auslegung und Energie-Management an Servopressen
  • Interaktion Simulation-Steuerung
  • Virtuelle Realität im Press Shop

Alexandre Bonay | Head of Business Development for Metal Forming, Siemens AG


11:00

SIMAN – Virtuelle Prozesskette in der Produktion

  • CAE-Simulationsdatenmanagement
  • CAE-Datenintegration in die Manufacturing Bill of Materials (MBOM)
  • Ergebnisdaten-Mapping in der FEM-Prozesskette

Jan-Hendrik Theilen | Strategie- und Prozessmanagement, IT-Prozesse und Systeme, Volkswagen AG


11:30

Einsatz von Google-Brillen und Smart Wearables in der Logistik

  • Datenbrillen in der Inhouse Logistik
  • Einsatz und Chancen von Smart Wearables

Nima Shafaghat | Leitung Informationsprozesse Logistik, Volkswagen AG


12:30

Mittagessen und Besuch der Fachausstellung


13:00

Ausstellervortrag:
Parallel planen in der Digitalen Fabrik

  • Herausforderungen der Fabrikplanung im digitalen Wandel
  • Hoher Wettbewerbsvorteil durch ein integriertes Fabrikmodell
  • Implementierung eines digitalen Fabrikmodells der realen Fabrik

Swen Niebann | Manufacturing Business Manager, Autodesk GmbH


Datenmanagement und Datensicherheit


13:30

AutomationML im Industriekontext

  • Was wurde in den 10 Jahren der Entwicklung von AutomationML erreicht?
  • Wo und wie kann AutomationML heute im industriellen Kontext verwendet werden?
  • Welchen kurz- und langfristigen Nutzen kann ich generieren?
  • Welche Bedeutung kann AutomationML für die Industrie 4.0 gewinnen?
  • Integration von Fremdformaten wie pfd und JT in AutomationML

Prof. Dr.- Ing. habil. Arndt Lüder | Fakultät Maschinenbau, Institut für Mobile Systeme & Institut für Arbeitswissenschaft,
Fabrikautomatisierung und Fabrikbetrieb, Lehrgebiet Fabrikautomation, Otto-v.-Guericke Universität


14:00

Digitale Geschäftsprozesse sicher gestalten

  • Digitaler Datenaustausch über Unternehmens- und Ländergrenzen hinweg – schon längst Normalität
  • Chancen und Risiken beurteilen
  • Schaffung eines sicheren Umfelds für das Zeitalter der „Digitalisierung“

Timo Gehle | DATEV-Consulting Leitung IT-Strategie und Datenschutz, DATEV eG


14:30

Kaffeepause und Besuch der Fachausstellung


Innovationen und Visionen – Teil 3: Neue Planungsmethoden


15:00

Mechatronische Konzeptabsicherung und Virtuelle Inbetriebnahme von Fertigungs- und Montagezellen

  • Definition eines kinematischen Modells und Validierung der Funktionalität der Zelle
  • Validierung von Robotikkonzepten
  • Festlegung der Sensoren und Aktuatoren im 3D CAD Konzeptdesign
  • Definition von standardisierten mechatronischen Verhaltensmodellen und Verknüpfung mit der mechanischen Konstruktion
  • Mechatronische Standardobjekte und mechatronischer Engineeringworkflow
  • Automatische Erstellung des Modells für die Virtuelle Inbetriebnahme auf Basis des Konstruktionsmodells

Dr.-Ing. Thomas Strigl | Leiter Business Development Simulationsdienstleistung & Software, EDAG Production Solutions GmbH & Co. KG


Best Practice


15:30

Projektablauf bei dem Bau eines Logistik-Verteilzentrums

  • Einführung, Überblick
  • Schnittstellen, Partner
  • Implementierung des Layoutkonzepts
  • Projektablauf

Frank Fisser | Senior Manager Fabrikplanung, DHL Sorting Center GmbH und

Christof Ott | Business Development Factory Design Solutions, CIDEON Systems GmbH & Co. KG


16:00

Einführung aktueller Fertigungsplanungssoftware in einem weltweiten Produktionsnetzwerk – ein Erfahrungsbericht

  • Überblick über den Projektverlauf bis zum aktuellen Zeitpunkt
  • Schnittstellen zur Materialflusssimulation sowie die Beschaffung von 3D Geometriemodellen im Schaeffler-Produktionssystem

Dr.-Ing. Dennis Arnhold | Expert Corporate Industrial Engineering, Digital Factory, Strategy, Schaeffler Technologies AG & Co. KG


16:30

Ende des 12. Fachkongresses und Verabschiedung


Referenten


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Philipp Agethen

Produktionsbezogene Produktabsicherung, Montageplanung

Daimler AG


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Dr.-Ing. Dennis Arnhold

Expert Corporate Industrial Engineering, Digital Factory, Strategy

Schaeffler Technologies AG & Co. KG


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Alexandre Bonay

Head of Business Development for Metal Forming, Digital Factory Division, Factory Automation Production Machines

Siemens AG


Fisser, Frank_DHL

Frank Fisser

Senior Manager Fabrikplanung

DHL Sorting Center GmbH


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Timo Gehle

DATEV-Consulting Leitung IT-Strategie und Datenschutz

DATEV eG


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Dr.-Ing. Benjamin Kuhrke

Project Engineer Advanced Manufacturing Technology, Manufacturing Engineering – Strategy & Planning

ADAM OPEL AG


Lueder_Arndt_PROf._UNI_MAGDEBURG

Prof. Dr.-Ing. Arndt Lüder

Fakultät Maschinenbau, Institut für Mobile Systeme & Institut für Arbeitswissenschaft, Fabrikautomatisierung und Fabrikbetrieb, Lehrgebiet Fabrikautomation

Otto-v.-Guericke Universität


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Prof. Dr.-Ing. Rainer Müller

wissenschaftlicher Geschäftsführer

ZeMA – Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik gGmbH


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Dr.-Ing. Robert Nahm

Industry Manager, Automotive Sector

Microsoft Deutschland GmbH


Niebann_Swen_autodesk

Swen Niebann

Manufacturing Business Manager

Autodesk GmbH


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Christof Ott

Business Development Factory Design Solutions

CIDEON Systems GmbH & Co. KG


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Dr.-Ing. Michael Schacht

Service Fertigungsplanung

AUDI AG


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Dr.-Ing. Wolfgang Schlögl

Digital Factory Division, Product Lifecycle Management, Digital Enterprise Realization

Siemens AG


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Nima Shafaghat

Leitung Informationsprozesse Logistik

Volkswagen AG


Stark

Thomas Stark

Leiter Innovation und Trends, Industrie 4.0 Smart Operations, MO-TechFabrik

Daimler AG


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Dr.-Ing. Thomas Strigl

Leiter Business Development Simulationsdienstleistung & Software, EDAG Production

Solutions GmbH & Co. KG


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Jan-Hendrik Theilen

Strategie- und Prozessmanagement, IT-Prozesse und Systeme

Volkswagen AG


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Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Detlef Zühlke

wissenschaftlicher Direktor Innovative Fabriksysteme (IFS)

DFKI GmbH

Rückblick 2015

 

Digitale FabrikExperte: “Mit einem Klick ist es nicht gemacht “

Die Entwicklungen bei der Fabrikplanung und dem “Internet der Dinge” zwingen zum Handeln. Der Professor und Maschinenbauer Frank Mantwill, der an der HelmutSchmidtUniversität auf dem Gebiet der Rechnergestützten Produktentwicklung forscht, rät Zulieferern zum Aufbau von Kompetenzen – mit unternehmerischem Augenmaß.

Frank Mantwill leitet den 12. Fachkongress Digitale Fabrik@Produktion am 15. und 16.11.16 in Köln.

AUTOMOBIL PRODUKTION:Herr Mantwill, welchen Trend erkennen Sie in der Industrie bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Digitale Fabrik?

Die Digitale Fabrik widmet sich in erster Linie dem Prozess der Fabrikplanung. Davon berührt sind aber einerseits auch die Produktionssysteme, die einen gewissen Bezug zur Planung haben. Andererseits geht es dabei auch um die Absicherung der Produktentwicklung. Wir haben auf dem letzten Fachkongress in mehreren Beiträgen gehört, dass sich die Digitale Fabrik genau in diesem Bereich entwickelt hat. Und seit gut eineinhalb Jahren beobachten wir, dass sich Mittelständer mit dem Thema ebenfalls vermehrt beschäftigen. Zudem muss sich die Digitale Fabrik zukünftig mit der Umsetzung von Industrie 4.0 befassen.

AUTOMOBIL PRODUKTION:Die Digitale Fabrik und Industrie 4.0 haben sicher Schnittmengen, aber eigentlich sind es dann doch zwei Welten. Was unterscheidet die beiden?

Die Digitale Fabrik meint rechnergestützte Planungsmethoden für den Produktionsprozess im Rahmen der Planung des Produktprozesses, während Industrie 4.0 konkrete Anwendungen im Bereich der Produktion verfolgt. In so fern werden wir uns auch rechtzeitig in der Digitalen Fabrik damit auseinandersetzen müssen, wie diese neuen Anwendungen in der Produktion mit Industrie 4.0 Perspektive geplant werden können.

AUTOMOBIL PRODUKTION:Was kommt da auf die Fabrikplaner zu?

Derzeit ist ja der Fabrik- und Fertigungsplanungsprozess determiniert. Das heißt, es existiert eine gezielte Zuordnung von Produkt, Prozess und Ressourcen. Das sind die drei wesentlichen Domänen, die in der Digitalen Fabrik zusammengeführt und aufeinander optimal abgestimmt werden. Das Produkt ist der Gegenstand, der aus der Entwicklung kommt. Der Prozess verkörpert die Wertschöpfung, die stattfindet. Die Ressourcen sind Betriebsmittel. Wenn jetzt diese Betriebsmittel sozusagen eine eigene Intelligenz haben und beispielsweise mit dem Werkstück kommunizieren können, dann muss ich das ja planbar machen um festzulegen, worüber ein Austausch stattfinden soll und über welche Autonomie das Werkstück oder das Betriebsmittel oder der Prozess verfügen soll. Und diese Funktionalitäten werden zukünftig natürlich als Planungsfunktionalitäten notwendig sein und die müssen natürlich auch simuliert werden können, wie etwa sich selbst organisierende Materialflüsse oder der Einsatz von Robotern. Wenn jetzt aber der Roboter nicht mehr programmiert, sondern nur noch mit gewissen Grundfunktionalitäten ausgestattet wird und er dann selber ereignisgesteuert entscheiden soll, was er macht, dann setzt das ganz andere Planungsfähigkeiten voraus ¬und die haben wir heute noch gar nicht. Insofern würde ich sagen, die Industrie 4.0 wird Auswirkungen auf die Digitale Fabrik haben. Diese Anforderungen muss der Planungsvorgang, der dann erforderlich ist, abdecken können. Das trifft im Besonderen auch auf die virtuelle Inbetriebnahme zu, die mittlerweile einen Schwerpunkt darstellt.

AUTOMOBIL PRODUKTION:Das erzeugt eine ganze Hand voll Schnittstellenprobleme. Worum drehen sich derzeit die wichtigsten Diskussionen beim Thema Schnittstellenmanagement?

Während das Thema ProduktdatenIntegration weitgehend abgeschlossen ist, wird die Etablierung von Automation ML als neutrales, XMLbasiertes Datenformat und einheitliches Modell für die Anlagenplanung weiter vorangetrieben. 2013 beispielsweise hat Frank Jelich, Leiter IT Prozesse und Produktionsplanung bei der Volkswagen AG, auf dem Fachkongress Digitale Fabrik@Produktion spontan verkündet, dass VW sich auch mit in dieses Standardisierung-Gremium einbringt und Automation ML als Standard setzt. Automation ML ist sowohl auf der Planungsseite als natürlich auch auf der Inbetriebnahmeseite wichtig. Ein weiteres wichtiges Thema ist OPC. Es wurde auf dem letztjährigen Kongress vorgestellt. Das Kürzel steht für „Object linking and embedding for Process Control“. Dahinter steckt ein Datenformat für die Automatisierungstechnik, basierend auf dem Betriebssystem Windows. Mit der OPC Unified Architecture (OPCUA) können inzwischen Maschinendaten nicht nur übertragen, sondern auch semantisch von Maschinen verarbeitet werden. Mit Blick auf Industrie 4.0 ist dies von großer Bedeutung. Diskussionen bringen natürlich auch das Speichern von Daten und Applikationen über Cloudservices mit sich.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Das Stichwort Cloud führt unmittelbar zum Thema IT-Sicherheit. Gibt es da neue Erkenntnisse?

Im Ingenieurwesen gibt es das Grundverständnis, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt. In dem Zusammenhang ist Ihre Frage eigentlich beantwortet. Aber auf diesen Zustand hin zu entwickeln und Lösungen bereit zu stellen, ist essenziell. Ich sehe die große Herausforderung darin, in der Verschlüsselungstechnik ein Maß zu finden, das die Produktivität sicherstellt und vom Aufwand her finanzierbar ist. IT-Sicherheit ist sozusagen die Achillesferse der Industrie 4.0. Es gibt Stimmen, die sagen: “Wenn da keine hinreichende Sicherheit angeboten werden kann, ist das Thema tot.“

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wie lässt sich ein Höchstmaß an IT-Sicherheit praktisch erreichen?

Cloud-Services, wie Amazon, setzen sich genau mit dieser Problematik professionell auseinander und können deshalb in der Sicherheitstechnik ganz vorne mit dabei sein. Weiterentwicklung der Techniken, ordentliche Aufklärung und eine angemessene Risikobewertung sind von Nöten.

AUTOMOBIL PRODUKTION:Wenn man beim Thema Digitale Fabrik den Fokus auf die Automobilindustrie richtet: Wen sehen Sie da in Führung liegen?

Die OEMs sind allesamt vorne mit dabei. Die Mittelständer fangen jetzt an mit der Digitalen Fabrik und müssen sozusagen erst mal aufschließen zu dem, was die OEMs machen – aber in einer angepassten Art und Weise. Und die Automobilbauer ihrerseits müssen jetzt erst mal die Funktionalitäten in Industrie 4.0 einsetzen und als Standardprozess etablieren, um dann einen zweiten Schritt zu machen in Richtung der Befähigung von Werkzeugen der Digitalen Fabrik. Das wird aus meiner Sicht nicht parallel laufen, sondern nacheinander. Aufgrund der Wettbewerbssituation werden alle OEMs weiter nach Potentialen aus der Digitalen Fabrik streben. Dem wird sich auch der Mittelstand nicht verschließen können.

AUTOMOBIL PRODUKTION:Was sind die größten Hürden die Mittelständler nehmen müssen, um auch beim Thema Digitale Fabrik weiterzukommen?

Sie müssen zweigleisig fahren und einerseits Ressourcen qualifizieren und Fachkompetenz aufbauen im Unternehmen und andererseits ihren Produkt-Entstehungsprozess an die digitalen Anforderungen anpassen. Die Kosten-Nutzen-Relation muss transparent und Unternehmerisch maßvoll entschieden werden. Als ich 1999 bei Audi die Digitale Fabrik mit eingeführt habe, wurde der Aufwand für das Etablieren der Tools und der digitalen Planungsprozesse innerhalb des Unternehmens mit dem Wegfall einiger physischer Erprobungsfahrzeuge verrechnet. Das ist relativ einfach, denn mit jedem Baustufenfahrzeug weniger konnte etwa eine Million für die digitale Planung begründet werden. Mittelständler müssen auch kritisch prüfen, ob und welche Planungstätigkeiten sie heute in Eigenregie durchführen wollen oder als Teil eines Verbunds von Zulieferern einbringen können. OEMs brauchen Zulieferer die fähig sind, diese Panungstools anzuwenden. Dadurch ist der Markt entstanden, aus denen sich auch die Mittelständler bedienen können.

AUTOMOBIL PRODUKTION:Welche Rolle spielen an dieser Stelle Engineering-Dienstleister?

Alle EngineeringDienstleister, die heute im automobilen Umfeld tätig sind, können Produktdaten und Planungsdaten handhaben und den Anforderungen der Digitalen Fabrik grundsätzlich gerecht werden. Aber, wie gesagt, ein Mittelständler muss sich seinen eigenen Umsetzungsprozess selbst anschauen und aus meiner Sicht ist er gut beraten, wenn er dort einerseits strategisch denkt und andererseits gleich vom ersten Projekt an mit den neuen Planungsprozessen und den Tools der Digitalen Fabrik Einsparungen erzielen kann und eine Refinanzierung des Aufwands hinbekommt. Das ist aber nichts neues. Je kleiner der Mittelständler, desto Schneller muss sich der Aufwand rechnen. Dienstleister können hier eine alternative Kalkulation ermöglichen.

AUTOMOBIL PRODUKTION:Es gibt den schönen Satz: Mit einem Klick zum digitalen FabrikAnlauf. Wie nah sind wir da heute bereits dran?

Das ist eine gute Frage. Mit einem Klick ist es nicht gemacht. Was wir heute im Bereich der digitalen Fabrik haben, ist, dass wir die Prozesse allesamt beschreiben, simulieren und absichern können. Die Planer und Engineering-Dienstleister sind routiniert in der Anwendung. Bibliotheken reduzieren den Aufwand zur Erstellung und heben die Qualität der Planungsergebnisse. Für die weitere Integration hin zum Gesamtfabrikmodell oder zum durchgängigen Planungs- und Realisierungsprozess fehlen vor allem noch leistungsfähige Prozessmodelle und Schnittstellen. Da spielt beispielsweise Automation ML eine ganz wichtige Rolle. Vor drei oder vier Jahren haben wir die ersten Ansätze gesehen, da gab es noch so gebastelte Modelle und Schnittstellenlösungen zwischen WinMOD und der Steuerung. Mittlerweile verfügen wir über Bibliotheken, die das Verhaltensmodell der Komponenten mit berücksichtigen und Schnittstellen, die das noch übertragen können. Das heisst, dass wenn wir in einem Hallen-Layout die Betriebsmittel und die Prozesse in der Abfolge beschrieben haben, dass wir dann auch schon quasi fast auf Knopfdruck die Steuerungsdaten abgesichert daraus erstellen können. Also: wir sind auf den Weg zum Knopfdruck.

Das Interview führte Christian Klein


Sponsoring und Fachausstellung

Nutzen Sie die Gelegenheit, und präsentieren Sie Ihr Unternehmen ohne Streuverluste dem anwesenden Fachpublikum – Ihrer Zielgruppe. Die angenehme und persönliche Atmosphäre der Veranstaltung bietet optimale Voraussetzungen für einen Kontakt mit den Teilnehmern.

Seien Sie dabei, und vertiefen Sie den Bekanntheitsgrad Ihres Unternehmens durch direkte Präsenz mit einem Ausstellungsstand!

Heben Sie sich von Ihrer Konkurrenz ab, und überraschen Sie Ihre zukünftigen Kunden mit einem individuellen Präsentationskonzept.


Fragen zu Sponsoring & Fachausstellung beantwortet Ihnen gerne:

Teresa Knöferl
Tel.: +49 8191 125-573
Fax: +49 8191 125-97573
E-Mail: teresa.knoeferl@sv-veranstaltungen.de


Sponsor

Siemens PLM Software, eine Business Unit der Siemens Digital Factory Division, ist ein führender, weltweit tätiger Anbieter von Software, Systemen und Dienstleistungen für das Product Lifecycle Management (PLM) und das Management von Produktionsvorgängen (MOM) mit über 15 Millionen lizenzierten Anwendern und mehr als 140.000 Kunden in aller Welt. Siemens PLM Software mit Hauptsitz in Plano, Texas, stellt in enger Zusammenarbeit mit seinen Kunden Industriesoftware-Lösungen bereit. Sie unterstützen Firmen weltweit dabei, entscheidende Innovationen in die Realität umzusetzen und so einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.
Weitere Informationen über die Produkte und Leistungen von Siemens PLM Software unter www.siemens.com.


Aussteller

Folgende Unternehmen sind bereits gemeldet und informieren Sie vor Ort über ihre Produkte und Dienstleistungen:



TEILNAHMEDETAILS

Veranstaltungstermin:

Dienstag, 15. November und Mittwoch, 16. November 2016


Veranstaltungsort:

Ameron Hotel Regent
Melatengürtel 15
50933 Köln
Tel.: +49 221 / 5499-0
E-Mail: reservation@hotelregent.de
Web: www.hotelregent.de


Übernachtungsmöglichkeit:

Bitte reservieren Sie direkt im Hotel unter dem Stichwort “SV Veranstaltungen”. Wir halten Zimmerkontingente bis ca. 4 Wochen vor Veranstaltungstermin für Sie bereit!


Teilnahmegebühr:

Die Teilnahmegebühr für den 12. Fachkongress Digitale Fabrik beträgt 1.595 € zzgl. gesetzl. MwSt.

Der Frühbucherrabatt bis 16. September 2016 beträgt 100 € auf den regulären Teilnahmepreis.

Die Teilnahmegebühr beinhaltet folgende Leistungen:

  • Teilnahme am Kongress
  • Teilnahme an der Werksbesichtigung bei Ford in Köln inkl. Bustransfer
  • Abendveranstaltung und Dinner
  • Kongressdokumentation
  • Mittagessen an den Veranstaltungstagen
  • Erfrischungen in den Pausen
  • Besuch der begleitenden Fachausstellung

Anmeldung:

Ihre Anmeldung erbitten wir unter dem Reiter “Anmeldung” vorzunehmen. Nach Eingang Ihrer Anmeldung übersenden wir Ihnen eine Anmeldebestätigung sowie eine Rechnung, die Sie bitte vor Veranstaltungsbeginn begleichen.


Absagen:

Bei Absagen nach der Stornofrist (14 Tage vor Veranstaltung) oder bei Nichterscheinen wird die volle Teilnahmegebühr berechnet; es kann jedoch ein Ersatzteilnehmer gestellt werden. Stornierungen vor diesem Termin werden mit € 150,- Verwaltungsaufwand berechnet. Alle Stornierungen sind schriftlich vorzunehmen.Der Veranstalter behält sich das Recht vor, die gesamte Veranstaltung oder einzelne Teile räumlich und/oder zeitlich zu verlegen, zu ändern oder auch kurzfristig abzusagen.


Datenschutz:

Ihre persönlichen Angaben werden von der SV Veranstaltungen GmbH zum Zwecke der schriftlichen Kundenbetreuung (z.B. Anmeldebestätigung, Informationen über gleiche oder ähnliche Veranstaltungen) verarbeitet. Wir nutzen außerdem Ihre Daten für unsere interne Marktforschung. Wenn Sie uns Ihre E-Mail- Adresse freiwillig angegeben haben, werden Sie gelegentlich von uns über eigene Angebote oder Dienstleistungen per E-Mail informiert. Jederzeit haben Sie die Möglichkeit, der Nutzung Ihrer Daten schriftlich bei Süddeutscher Verlag Veranstaltungen GmbH, Justus-von-Liebig-Str. 1, 86899 Landsberg oder mittels E-Mail an info@sv-veranstaltungen.de zu widersprechen. Die Süddeutscher Verlag Veranstaltungen GmbH wird Ihre Daten nicht an Dritte zu deren werblichen Nutzung verkaufen. Bitte beachten Sie unsere AGBs.

ANSPRECHPARTNER

Süddeutscher Verlag Veranstaltungen GmbH
Justus-von-Liebig-Str. 1
86899 Landsberg am Lech


Blume_Franziska

Projektleitung

Franziska Blume
E-Mail: franziska.blume@sv-veranstaltungen.de


Schneider_Theresa

Organisation & Anmeldung

Theresa Schneider
Tel.: +49 8191 125-229
Fax: +49 8191 125-97229
E-Mail: theresa.schneider@sv-veranstaltungen.de


Knöferl_Teresa

Sponsoring & Fachausstellung

Teresa Knöferl
Tel.: +49 8191 125-573
Fax: +49 8191 125-97573
E-Mail: teresa.knoeferl@sv-veranstaltungen.de