Fachbereich Automobil

Praxisseminar: Aktuelle Rechtsthemen für Automobilzulieferer

23.05. bis 24.05.2017 in München

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Überblick

Das Praxisseminar ist ausgebucht! Wir bieten weitere Termine im Herbst 2017 an:

 

10. – 11. Oktober 2017, München

14. – 15. November 2017, Stuttgart


Die Rechtsstellung des Automobilzulieferers ist traditionell schwächer als dies mit Blick auf seinen Wertschöpfungsbeitrag angemessen wäre. Klassischerweise befindet sich der Zulieferer in einer „Sandwich-Position“ zwischen seinem Kunden und seinem Vorlieferanten. Im Schadensfall muss er häufig erkennen, dass der eigene Haftpflichtversicherer ein zusätzliches Spiel- und Streitfeld eröffnet, das von eigenen Gesetzmäßigkeiten geprägt ist. Hinzu kommt die zunehmende Modellvielfalt der OEM’s, die in der Branche zunehmend zu immer kürzer werdenden Entwicklungs- und Erprobungszyklen führt. Die daraus resultierenden wirtschaftlichen Risiken trägt aufgrund der branchentypischen Marktmachtverteilung meist der Zulieferer – häufig ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein.  Die Zulieferindustrie wird von den OEM‘s in immer ausgefeiltere Vertragswerke gezwungen, mit denen ein Großteil des Fahrzeugentwicklungsrisikos auf den Zulieferer übertragen wird. Für den Automobilzulieferer ist es deshalb von entscheidender Bedeutung, seine rechtlichen Möglichkeiten zu kennen, um seine wirtschaftlichen Interessen trotz branchenüblicher Marktmachtverteilung effektiv durchzusetzen.

In diesem Seminar erfahren Sie

  • Welche wirtschaftlichen Risiken der Zulieferer als Mitglied der Wertschöpfungskette übernimmt
  • Wie der Zulieferer mit typischen Produkthaftungskonstellationen umgehen sollte
  • Was im Zusammenhang mit Gewährleistungsfällen, Serienschäden und Rückrufen gegen über Kunden, Lieferanten und Versicherern zu beachten ist
  • Welche rechtliche Bedeutung vertraglichen Spezifikation, technischen Normen und dem Stand von Wissenschaft und Technik zukommt
  • Was im Schadensfall im Umgang mit Kunden, Vorlieferanten und Versicherern beachtet werden muss,
  • Welche Spielräume im Rahmen der Vertragsgestaltung mit Kunden und Lieferanten genutzt werden sollten

 

Dieses Seminar soll den Zulieferer ermutigen, seine Möglichkeiten zur Durchsetzung eigener wirtschaftlicher Interessen gegenüber den OEM‘s nicht zu unterschätzen. Die bewusste Wahrnehmung von Gestaltungsspielräumen in der Vertragsgestaltung, die Kenntnis rechtlicher Stolperfallen im Case-Handling mit dem OEM, Vorlieferanten und Versicherern und eine aktive Rolle bei der Vertragsdurchführung sowie im Rahmen von Auseinandersetzungen mit Kunden, Vorlieferanten und Versicherern sind für den Automobilzulieferer entscheidende Voraussetzungen, um im Markt dauerhaft erfolgreich zu bestehen.

Anfahrt

Innside München Parkstadt Schwabing
Mies-van-der-Rohe-Straße 10
80807 München

Programm

Erster Seminartag

Dienstag, 23. Mai 2017


08:30

Ausgabe der Seminarunterlagen und Begrüßungskaffee


09:00

Eröffnung des Seminars und Moderation durch: SV Veranstaltungen GmbH und Rechtsanwälte, Bird & Bird LLP


Verhandlungen mit OEMs


09:20

Kritische Klauseln in Einkaufsbedingungen und Vertragswerken der OEMs

  • Repräsentativer Überblick
  • Klauseln, die ein Zulieferer nicht akzeptieren sollte
  • Klauseln, die für den Zulieferer wichtig sind

10:20

Auf die Einkaufsbedingungen der OEMs konkret reagieren

  • Taktische Möglichkeiten
  • Der richtige (d.h. günstigste) Zeitpunkt
  • Die Chance des AGB-Rechts nutzen!
  • Die Systematik von Angebot und Annahme nutzen

10:50

Pause mit Kaffee und Tee


11:10

Tier 1-Zulieferer zwischen Ansprüchen des OEM und Regress gegen Tier 2- Zulieferer

  • Rechtsgrundlage für den Rückgriff beim eigenen Zulieferer
  • Die neueste Rechtsprechung des BGH und seineAuswirkungen auf den Regress in der Lieferkette
  • Hindernisse für den erfolgreichen Rückgriff
  • Insbesondere: kein Rückgriff bei Kulanzleistungen

Rückrufe und Feldaktionen


11:50

Rückrufe und Feldaktionen in Produkthaftungsfällen

  • Abgrenzung der Gewährleistungsansprüche des Kunden von den Ansprüchen für Serienschäden, Rückrufe, Feldaktionen
  • Abgrenzung Rückruf und Feldaktionen – Rechtliche Unterschiede und ihre praktischen Auswirkungen
  • Die Regelungen in den Vertragswerken der OEMs – Ein repräsentativer Querschnitt

12:20

Fragerunde und Diskussion Ihrer Fälle


12:30

Gemeinsames Mittagessen


13:30

Gesetzliche Grundlagen der Produkthaftung

  • Das Produkthaftungsgesetz
  • Produzentenhaftung nach dem Deliktsrecht des BGB (§§ 823 ff BGB)
  • Das Produktsicherheitsgesetz
  • Zusammenspiel der Norme

14:00

Produkte in den Verkehr zu bringen

  • Konstruktionsfehler
  • Produktionsfehler
  • Instruktionsfehler
  • Produktbeobachtungs- und Warnpflichten
  • Haftungsfragen bei sog. „Ausreißern“
  • Rechtsfolgen der Nichteinhaltung technischer Normen (z.B. ISO 26262)
  • Aktuelle Rechtsprechung

15:00

Pause mit Kaffee und Tee


15:30

Der Haftungsfall ist da: Maßnahmen bei Auftreten eines Mangels oder Fehlers

  • Von einzelnen Reklamationen zum Serienschaden
  • Vorsicht bei der Kommunikation: Keine Schuld-eingeständnisse oder Haftungsanerkenntnisse
  • Umgang mit einem Fall von Produktrückruf insbesondere: Trennung des Haftungs-/Regressfalles von Tagesgeschäft-Erfahrungen und Praxistipps
  • Haftung in der Lieferkette – die eigenen Rechte sichern
  • Verhalten gegenüber den Medien und der Öffentlichkeit

16:00

Aktuelle Entwicklungen in Rechtsprechung und
Gesetzgebung


16:30

Präventive Vertragsgestaltung zu
Produkthaftungsthemen

  • Übliche Klauseln in Verträgen zwischen OEM und Zulieferern
  • Notwendige Klauseln zum Schutz des Lieferanten
  • Möglichkeiten der Haftungsbeschränkung
  • Wie gelingt der Beweis vor Gericht?

17:15

Fragerunde und Diskussion Ihrer Fälle


17:30

Ende des ersten Seminartages


Zweiter Seminartag

Mittwoch, 24. Mai 2017


Besondere vertragsrechtliche Themen


08:30

IP-Klauseln im Spannungsfeld von AGB- und Kartellrecht


09:15

Besonderheiten bei Werkzeugverträgen


09:45

Kommerzielle Regelungen in Zulieferverträgen

  • Preisanpassung
  • Volumenzusagen
  • Ersatzteillieferungen
  • Best-Preis-Klauseln

10:20

Pause mit Kaffee und Tee


Die Rechte der Zulieferer effektiv durchsetzen


10:50

Durchsetzung von Rechten und Forderungen derZulieferer während der Vertragslaufzeit

  • Ausgangslage
  • Strategien
  • Risiken
  • Timing

11:20

Rechtliche Möglichkeiten des Lieferstopps

    • Kündigung
    • Lieferverträge „auslaufen lassen“
    • Recht der Zulieferer Leistungen/Lieferungen zurückzuhalten

– Anforderungen
– Risiken


12:15

Fragerunde und Diskussion Ihrer Fälle


12:30

Gemeinsames Mittagessen


13:30

Abwendung angedrohter Lieferstopps durch einstweilige Verfügungen

  • Typische Fallszenarien
  • Rechtsfragen
  • Praktische Herausforderungen

14:00

Fallbeispiele, Fragerunde und Diskussion


14:30

Pause mit Kaffee und Tee


Cross Border Fälle


15:00

Umgang mit „internationalen“ Rechtsfällen

  • Praxistipps
  • Rechtswahl und Gerichtsstand
  • Überblick über die Regelungen in einigen repräsentativen Ländern

15:30

Abschließende Fragerunde und Diskussion Ihrer Fälle


15:40

Ende des Praxisseminars


Referenten


Miriam Richter

Rechtsanwältin

Bird & Bird LLP


Dr. Matthias Spilker

Partner

Bird & Bird LLP

TEILNAHMEDETAILS

Veranstaltungstermin

Dienstag, 23. Mai und Mittwoch, 24. Mai 2017


Veranstaltungsort

Innside München Parkstadt Schwabing
Mies-van-der-Rohe-Straße 10
80807 München
Tel.: +49 89 354 08-0
www.melia.com


Teilnahmegebühr:

Die Teilnahmegebühr zzgl. MwSt. beträgt 1.695 €.

Die Teilnahmegebühr schließt folgende Leistungen ein:

  • Seminarteilnahme
  • Dokumentation
  • Teilnahmezertifikat
  • Erfrischungen in den Pausen
  • Mittagessen an beiden Tagen
  • Get-Together am ersten Seminartag

Anmeldung

Bitte melden Sie sich unter “Anmeldung” an. Nach Eingang Ihrer schriftlichen Anmeldung sind Sie als Teilnehmer registriert und erhalten eine schriftliche Bestätigung sowie eine Rechnung, welche vor Veranstaltungsbeginn zu begleichen ist.

Bei Absagen nach der Stornofrist (14 Tage vor Veranstaltung) oder bei Nichterscheinen wird die volle Teilnahmegebühr berechnet; es kann jedoch ein Ersatzteilnehmer gestellt werden. Stornierungen vor diesem Termin werden mit 150 € Verwaltungsaufwand berechnet. Alle Stornierungen sind schriftlich vorzunehmen. Der Veranstalter behält sich das Recht vor, die gesamte Veranstaltung oder einzelne Teile räumlich und/oder zeitlich zu verlegen, zu ändern oder auch kurzfristig abzusagen.


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