Fachbereich Automobil

Praxisseminar: Aktuelle Rechtsthemen für Automobilzulieferer

14.11. bis 15.11.2017 in Stuttgart

Überblick

Dieser Termin ist leider ausgebucht. Bitte beachten Sie unsere Termine für 2018:


Die Rechtsstellung des Automobilzulieferers ist traditionell schwächer als dies mit Blick auf seinen Wertschöpfungsbeitrag angemessen wäre. Klassischerweise befindet sich der Zulieferer in einer „Sandwich-Position“ zwischen seinem Kunden und seinem Vorlieferanten. Im Schadensfall muss er häufig erkennen, dass der eigene Haftpflichtversicherer ein zusätzliches Spiel- und Streitfeld eröffnet, das von eigenen Gesetzmäßigkeiten geprägt ist. Hinzu kommt die zunehmende Modellvielfalt der OEM’s, die in der Branche zunehmend zu immer kürzer werdenden Entwicklungs- und Erprobungszyklen führt. Die daraus resultierenden wirtschaftlichen Risiken trägt aufgrund der branchentypischen Marktmachtverteilung meist der Zulieferer – häufig ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein.  Die Zulieferindustrie wird von den OEM‘s in immer ausgefeiltere Vertragswerke gezwungen, mit denen ein Großteil des Fahrzeugentwicklungsrisikos auf den Zulieferer übertragen wird. Für den Automobilzulieferer ist es deshalb von entscheidender Bedeutung, seine rechtlichen Möglichkeiten zu kennen, um seine wirtschaftlichen Interessen trotz branchenüblicher Marktmachtverteilung effektiv durchzusetzen.

In diesem Seminar erfahren Sie

  • Welche wirtschaftlichen Risiken der Zulieferer als Mitglied der Wertschöpfungskette übernimmt
  • Wie der Zulieferer mit typischen Produkthaftungskonstellationen umgehen sollte
  • Was im Zusammenhang mit Gewährleistungsfällen, Serienschäden und Rückrufen gegen über Kunden, Lieferanten und Versicherern zu beachten ist
  • Welche rechtliche Bedeutung vertraglichen Spezifikation, technischen Normen und dem Stand von Wissenschaft und Technik zukommt
  • Was im Schadensfall im Umgang mit Kunden, Vorlieferanten und Versicherern beachtet werden muss,
  • Welche Spielräume im Rahmen der Vertragsgestaltung mit Kunden und Lieferanten genutzt werden sollten

 

Dieses Seminar soll den Zulieferer ermutigen, seine Möglichkeiten zur Durchsetzung eigener wirtschaftlicher Interessen gegenüber den OEM‘s nicht zu unterschätzen. Die bewusste Wahrnehmung von Gestaltungsspielräumen in der Vertragsgestaltung, die Kenntnis rechtlicher Stolperfallen im Case-Handling mit dem OEM, Vorlieferanten und Versicherern und eine aktive Rolle bei der Vertragsdurchführung sowie im Rahmen von Auseinandersetzungen mit Kunden, Vorlieferanten und Versicherern sind für den Automobilzulieferer entscheidende Voraussetzungen, um im Markt dauerhaft erfolgreich zu bestehen.

Anfahrt

Dorint Airport Hotel Stuttgart
Heilbronner Straße 15
70771 Leinfelden-Echterdingen

Programm

Erster Seminartag

Dienstag, 14. November 2017


08:30

Ausgabe der Seminarunterlagen und Begrüßungskaffee


09:00

Eröffnung des Seminars und Moderation durch: SV Veranstaltungen GmbH und Rechtsanwälte, Bird & Bird LLP


Verhandlungen mit Kunden (insbesondere OEMs)


09:20

Wie geht man mit der Vielzahl der Vertragsdokumente um?

  • Rechtliche Notwendigkeiten und praktische Tipps

09:50

Kritische Klauseln in Einkaufsbedingungen und
Vertragswerken der OEMs

  • Repräsentativer Überblick
  • Klauseln, die ein Zulieferer nicht akzeptieren sollte
  • Klauseln, die für den Zulieferer wichtig sind

10:20

Auf die Einkaufsbedingungen der OEMs konkret reagieren

  • Taktische Möglichkeiten und Tipps für die Verhandlungen
  • Der richtige (d.h. günstigste) Zeitpunkt
  • Die Chance des AGB-Rechts nutzen!
  • Die Systematik von Angebot und Annahme nutzen

10:50

Pause mit Kaffee und Tee


Rückrufe und Feldaktionen


11:20

Rückrufe und Feldaktionen in Produkthaftungsfällen

  • Abgrenzung der Gewährleistungsansprüche des Kunden von den Ansprüchen für Serienschäden,
    Rückrufe, Feldaktionen
  • Abgrenzung Rückruf und Feldaktionen – Rechtliche Unterschiede und ihre praktischen Auswirkungen
  • Die Regelungen in den Vertragswerken der OEMs – Ein repräsentativer Querschnitt (insbesondere: aktuelle Gewährleistungsvereinbarungen)

11:50
  • Die Regressierung und die Regressfähigkeit von Aus- und Einbaukosten
  • Haftung für Verschulden des Unterlieferanten – Die aktuelle Rechtsprechung
  • Aktuelle Entwicklungen in der Gesetzgebung

11:50

Rückrufe und Feldaktionen in Produkthaftungsfällen

  • Abgrenzung der Gewährleistungsansprüche des Kunden von den Ansprüchen für Serienschäden, Rückrufe, Feldaktionen
  • Abgrenzung Rückruf und Feldaktionen – Rechtliche Unterschiede und ihre praktischen Auswirkungen
  • Die Regelungen in den Vertragswerken der OEMs – Ein repräsentativer Querschnitt

12:20

Fragerunde und Diskussion Ihrer Fälle


12:30

Gemeinsames Mittagessen


13:30

Gesetzliche Grundlagen der Produkthaftung

  • Das Produkthaftungsgesetz
  • Produzentenhaftung nach dem Deliktsrecht des BGB (§§ 823 ff BGB)
  • Das Produktsicherheitsgesetz
  • Zusammenspiel der Normen

14:00

Produkte in den Verkehr zu bringen

  • Konstruktionsfehler
  • Produktionsfehler
  • Instruktionsfehler
  • Produktbeobachtungs- und Warnpflichten
  • Haftungsfragen bei sog. „Ausreißern“
  • Rechtsfolgen der Nichteinhaltung technischer Normen (z.B. ISO 26262)
  • Aktuelle Rechtsprechung

14:45

Die besondere Situation des Tier1 in Haftungsfällen

  • Zwischen passiver Inanspruchnahme und eigenem Regress
  • Keine Erstattung von Kulanzleistungen

15:00

Pause mit Kaffee und Tee


15:30

Der Haftungsfall ist da: Maßnahmen bei Auftreten eines Mangels oder Fehlers

  • Von einzelnen Reklamationen zum Serienschaden
  • Vorsicht bei der Kommunikation: Keine Schuld-eingeständnisse oder Haftungsanerkenntnisse
  • Umgang mit einem Fall von Produktrückruf insbesondere: Trennung des Haftungs-/Regressfalles von Tagesgeschäft-Erfahrungen und Praxistipps
  • Haftung in der Lieferkette – die eigenen Rechte sichern
  • Mit welchen Argumenten verteidigt man sich
  • Verhalten gegenüber der Versicherung
  • Verhalten gegenüber den Medien und der Öffentlichkeit

16:10

Der Haftungsfall ist da: Maßnahmen bei Auftreten eines Mangels oder Fehlers

  • Von einzelnen Reklamationen zum Serienschaden
  • Vorsicht bei der Kommunikation: Keine Schuld-eingeständnisse oder Haftungsanerkenntnisse
  • Umgang mit einem Fall von Produktrückruf insbesondere: Trennung des Haftungs-/Regressfalles von Tagesgeschäft-Erfahrungen und Praxistipps
  • Haftung in der Lieferkette – die eigenen Rechte sichern
  • Mit welchen Argumenten verteidigt man sich
  • Verhalten gegenüber der Versicherung
  • Verhalten gegenüber den Medien und der Öffentlichkeit

16:30

Der Verjährungsverzicht

  • Verhältnis zum Kunden
  • Verhältnis zu(m) eigenen Lieferanten

17:15

Fragerunde und Diskussion Ihrer Fälle


17:30

Ende des ersten Seminartages


Zweiter Seminartag

Mittwoch, 15. November 2017


Die Rechte der Zulieferer effektiv durchsetzen


08:15

Durchsetzung von Rechten und Forderungen der Zulieferer während der Vertragslaufzeit

  • Ausgangslage
  • Strategie
  • Risiken
  • Timing

09:15

Rechtliche Möglichkeiten des Lieferstopps

  • Kündigung
  • Lieferverträge „auslaufen lassen“
  • Recht der Zulieferer Leistungen / Lieferungen zurückzubehalten (Anforderungen und Risiken)

10:00

Abwendung angedrohter Lieferstopps durch
einstweilige Verfügungen

  • Typische Fallszenarien
  • Rechtsfragen
  • Praktische Herausforderungen

10:20

Pause mit Kaffee und Tee


10:20

Fragerunde und Diskussion Ihrer Fälle


Verhandlungen mit Kunden:
Besondere vertragsrechtliche Themen


11:00

Kommerzielle Regelungen in Zulieferverträgen

  • Preisanpassung
  • Volumenzusagen
  • Ersatzteillieferungen
  • Best-Preis-Klauseln

11:45

Besonderheiten bei Werkzeugverträgen (optional)

  • Eigentumsrechte regeln
  • Zugriff auf Werkzeuge sichern

12:10

Fallbeispiele, Fragerunde und Diskussion


12:20

Gemeinsames Mittagessen


Aktuelle Themen


13:20

Entwicklungsverträge

  • Rechte an der eigenen Entwicklungsleistung sichern
  • IP-Klauseln im Spannungsfeld von AGB- und Kartellrecht

Quick Savings und Pay-To-Play

  • Rechtliche Bedenken
  • Praktischer Umgang mit entsprechenden Anfragen von OEMs

Ausblick: Autonomes Fahren

  • Die Rechtsfragen aus Sicht des Lieferanten
  • Die Haftung des Lieferanten

14:40

Pause mit Kaffee und Tee


Cross Border Fälle


15:00

Umgang mit internationalen Rechtsfällen

  • Praxistipps
  • Rechtswahl und Gerichtsstand
  • Überblick über die Regelungen in einigen repräsentativen Ländern

15:30

Abschließende Fragerunde und Diskussion Ihrer Fälle


15:40

Ende des Praxisseminars und Ausgabe der Teilnehmerzertifikate


Referenten


Miriam Richter

Rechtsanwältin

Bird & Bird LLP


Dr. Matthias Spilker

Partner

Bird & Bird LLP

TEILNAHMEDETAILS

Veranstaltungstermin

Dienstag, 14. und Mittwoch, 15. November 2017


Veranstaltungsort

Dorint Airport Hotel Stuttgart
Heilbronner Straße 15
70771 Leinfelden-Echterdingen
Tel.: +49 89 711 32064-0
www.hotel-stuttgart-airport.dorint.com


Teilnahmegebühr:

Die Teilnahmegebühr zzgl. MwSt. beträgt 1.695 €.

Die Teilnahmegebühr schließt folgende Leistungen ein:

  • Seminarteilnahme
  • Dokumentation
  • Teilnahmezertifikat
  • Erfrischungen in den Pausen
  • Mittagessen an beiden Tagen
  • Get-Together am ersten Seminartag

Anmeldung

Bitte melden Sie sich unter “Anmeldung” an. Nach Eingang Ihrer schriftlichen Anmeldung sind Sie als Teilnehmer registriert und erhalten eine schriftliche Bestätigung sowie eine Rechnung, welche vor Veranstaltungsbeginn zu begleichen ist.

Bei Absagen nach der Stornofrist (14 Tage vor Veranstaltung) oder bei Nichterscheinen wird die volle Teilnahmegebühr berechnet; es kann jedoch ein Ersatzteilnehmer gestellt werden. Stornierungen vor diesem Termin werden mit 150 € Verwaltungsaufwand berechnet. Alle Stornierungen sind schriftlich vorzunehmen. Der Veranstalter behält sich das Recht vor, die gesamte Veranstaltung oder einzelne Teile räumlich und/oder zeitlich zu verlegen, zu ändern oder auch kurzfristig abzusagen.


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Projektleitung

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